2014 – Sarching Live – Aufgspuit mit Witz, Gesang, Tanz, Sketch und Musik


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Theatergruppe landete einen echten Kracher – Publikum restlos begeistert

Unter dem Motto „Sarching Live“ bot die Theatergruppe Sarching bei ihrem bunten Abend Unterhaltung vom Feinsten und traf damit voll ins Schwarze. Vor ausverkauftem Haus präsentierten die Akteure ein kurzweiliges und hochkarätiges Programm, das es in sich hatte: Musikalisch wie tänzerisch mit Sketchen voller Witz und Ironie, inklusive Generalangriff auf die Zwerchfelle der Zuschauer. Das Publikum war am Ende restlos begeistert und wollte gar nicht mehr aufhören zu klatschen.

Unter dem Motto „Sarching Live – aufgspuit mit Witz, Gesang, Tanz, Sketch und Musik“ lud die Theatergruppe Sarching in das Haus der Vereine und zündete ein komödiantisches und musikalisches Feuerwerk. Normalerweise heißt es im Herbst in Sarching stets: „Vorhang auf und Bühne frei“ um das neue Theaterstück zu präsentieren. Doch diesmal war es ein wenig anders. „Wir haben lange mit uns gehadert“, so Stefan Walig, der erinnerte, dass vor einem Jahr Mathilde Jagenlauf verstorben ist. Sie und Gatte Sepp Jagenlauf waren der Motor der Theatergruppe, sie haben sie aufgebaut, zusammengehalten, weiterentwickelt, hob Walig anerkennend hervor. Der Abend war deshalb auch eine Hommage an Mathilde Jagenlauf. Und so weit darf man sicher sein, sie hätte an diesem Abend Tränen gelacht.

Was die Theatergruppe um Organisator Markus Heller an diesem Abend auf die Beine gestellt hatte, war aller Ehren wert, da wurde alles und jeder mobilisiert. Und wer nicht auf und hinter der Bühne agierte, der hatte das Glück, einen der Plätze im restlos ausverkauften Haus der Vereine zu ergattern. Den Abend ließ sich auch Bürgermeister Hans Thiel nebst Gattin Hildegard nicht entgehen.

Launig und witzig führte Walig in das Programm ein, ehe auch schon die „Little Lolly-Pops“ unter Leitung von Kathi Ahland und Lena Hartl die Tanzfläche stürmten. Die süßen Mädels im Alter zwischen drei und fünf Jahren tanzten sich geradezu in die Herzen der Zuschauer. Zu „The Hokey Cokey“ und „Veo Veo“, das jedem Kind und Erwachsenem aus dem Cluburlaub bekannt vorkam, zeigten ihr Können und ihre Begeisterung für Tanz.

Der Pfarrer sitzt nicht im Publikum

Dies gelang auch den „Lolly-Pops“ , den größeren Mädels, die zu Discoklängen mächtig die Tanzfläche rockten. Auch sie, die von Sabrina Lang, Daniela Janker und Kathi Ahland trainiert werden, tanzten sich schwungvoll in die Herzen des Publikums. Ein mehr als gelungener Einstieg, wie der brandende Applaus verriet, ehe sich auch schon der Vorhang öffnete und eine Bank sowie ein Postament zum Vorschein kam, das ein „Lump“ als Skulptur eroberte, um sich vor dem Hüter des Gesetzes zu „verstecken“.

Welche obskuren Reaktionen das hervorrief und was auf einem Dorfplatz so alles passieren kann, brachten Robert und Anita Bischoff sowie Johannes und Steffi Heitzer mit viel komödiantischem Geschick zum Besten. „Schade dass sich Pfarrer Karl-Dieter Schmidt entschuldigen lassen muss. Er wäre gerne unter den Zuschauern gewesen“, bedauerte Conférencier Stefan Walig scheinheilig. Und warum? – Weil der Theatergruppe ein wahrer Coup gelang. Denn als sich der Vorhang zum nächsten Sketch öffnete, saß der Pfarrer inmitten der beiden Ministrantinnen Katharina Heitzer und Lisa Spitz. Sie spielten unter schwerem Angriff auf das Zwerchfell der Zuschauer „Die Rechenaufgabe“.

Für einen musikalischen Hochgenuss sorgten „D’Holgartler“, die mit „Es klopft a alter Jager“ einen Gruß an alle Rinsen- und Rennfischer, aber auch an die „Stauanjager“ schickten und das Feeling einer Fahnenweih‘ musikalisch in Szene setzten. „Die Kettenreaktion“, zeigte erneut das Talent von Helmut Raith und Ernst Heller, als Versicherungsvertreter und Bürgermeister. Während der Versicherungsvertreter nur Schriftsprache sprach, ließ es der Bürgermeister gleich dreisprachig krachen, nämlich im reinen Dialekt, in verständlicher bayerischer Mundart und auch hochdeutsch, als er vermittelte, was dem armen Nepomuk so zugstoßen war. Beim etwas schiefgegangenen Banküberfall verwechselten sich die Räuber als „Bonnie und Clyde“ (Anita Gröschl und Luzia Gröschl) mit Pferd und Hose – „hab’s g’wusst des war was mit am Vieh und was zum O’ziagn“.

Da wurde selbst ein überraschter Bürgermeister Thiel zum Mittäter, denn er wurde „verdonnert“ mit einem Sack bestückt durch die Reihen zu marschieren, um Wertgegenstände einzusammeln. Gar nicht so trutschenhaft zeigte sich am Ende die Bankangestellte „Trutscherl“ (Anita Bischoff), die die beiden verpeilten Bankräuber über’s Ohr haute, ehe sich der Vorhang für rund 20 Minuten schloss, für eine kleine Pause. Die brauchte man auch, denn das Zwerchfell hatte vorher Schwerstarbeit geleistet.

Abteilung für internationale Volksmusik gegründet

Die Geschwister Veronika und Susanne Reichl, die neu ernannte Abteilung für internationale Volksmusik der Gemeinde Barbing, zeigten nicht nur ihr Können auf der Geige und der Ziach, sondern, dass sie auch gesanglich und komödiantisch einiges zu bieten haben. Und eine Augenweide sind die beiden Sarchingerinnen sowieso. Ihre „Zwiefachen“, der eine nur zwiefach der andere verzwickt und irisch aufgefrischt, waren schon ein Hör- und Sehgenuss, doch das traditionelle russische Lied, das dann auch noch in die bayerische Sprache übersetzt wurde mit „Krejgn ma scho“, setzte dem ganzen die Krone auf. Erst nach einer Zugabe durften sie die Bühne verlassen.

„Der Rausch und seine Folgen“, setzten Sabrina Lang und Thomas Rösch mit Michael Gröschl gekonnt in Szene, ebenso wie Markus Heller und Susi Meier den Sketch die „Hochzeitseinladung“. Auch „D’Hoargartler“ hatten noch einen Auftritt und forderten das Publikum zum Mitsingen auf – und das machte begeistert mit.

„Ohne Worte“ – wer alles so in einem Waschsalon aufeinandertrifft und dass oftmals mehr Schein als Sein dahintersteckt, brachten Steffi Heitzer und Robert Bischoff pantomimisch daher. Der krönende Abschluss blieb jedoch dem „Sarchinger Symphonieorchester“ vorbehalten. Fast alle Akteure des Abends gaben dabei ihr Debüt unter Leitung von Dirigent Taktlos (Tobias Doblinger). Das Orchester entlockte Luftpumpen zur „Ritsch-Ratsch-Polka“ die bizarrsten Töne. Das Publikum war hin und weg und wollte auch das Ensemble nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen.

©Christine Kroschinski

An diesem Abend auf der Bühne

Little Lillipops
Lollipops

Das Postament
Robert Bischoff
Anita Bischoff
Steffi Heitzer
Johannes Heitzer
Ernst Heller

Die Rechenaufgabe
Elisa Spitz
Katharina Heitzer
Pfarrer K.D. Schmidt

Hoargartler
Ludwig Höchstetter
Helmut Bischoff
Alfred Stadler
Alois Parzefall
Klaus Bachsteffel

Der Backtrog
Helmut Raith
Ernst Heller

Bankraub
Luzia Gröschl
Anita Gröschl
Anita Bischoff

Gesang Geschwister Reichl
Vroni & Susi Reichl

Der Rausch
Sabrina Lang
Michael Gröschl
Thomas Rösch

Die Hochzeitseinladung
Susi Meier
Markus Heller

Im Waschsalon
Steffi Heitzer
Robert Bischoff
Ernst Heller

Sarchinger Symphonieorchester
Dirigent Mr. Taktlos = Tobias Doblinger
Petra Doblinger, Helmut Raith, Robert Bischoff, Luzia Gröschl, Susi Meier, Rita Murr, Vroni Reichl, Elfriede Reichl, Anita Gröschl, Susi Reichl, Steffi Heitzer, Michael Gröschl, Ernst Heller, Johannes Heitzer, Markus Heller, Robert Murr, Werner Heller, Anita Bischoff, Stefan Walig

Moderator des Abends: Stefan Walig